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Neuseeland ist ein ideales Reiseland für Individualtouristen, weil sich Unterkünfte und Fortbewegung einfach vor Ort organisieren lassen, so daß man im Vorfeld eigentlich keine Vorbereitungen treffen muß. Einziger Nachteil ist die Entfernung, wenn man wenig Zeit hat. Ich war Ende 1993 für knapp 3 Monate unterwegs, da war es auch egal, daß die Hinreise wegen einiger Schwierigkeiten der Airline Garuda Indonesia über 70 Stunden gedauert hat. Mitreisende, die lediglich 3 Wochen Urlaub hatten, fanden diese Verzögerung verständlicherweise alles andere als lustig. Startpunkt einer Neuseelandreise ist in den meisten Fällen Auckland, eine Stadt, die zwar ganz nett ist, die man aber in Anbetracht der anderen, mehr landschaftlichen Attraktionen recht schnell verlassen sollte. So starteten wir, meine Freundin Ina, die schon einige Zeit in einem Backpacker in Auckland gearbeitet hat, der Engländer Marc und ich, in Richtung Süden, Ziel war Rotorua. Auf der Nordinsel sind wir fast ausschließlich getrampt, meistens getrennt und haben uns für den Abend in irgendeinem Backpacker verabredet, was auch immer geklappt hat. Trampen in Neuseeland ist eine gute Möglichkeit sein Ziel zu erreichen, die "Kiwis" sind sehr freundlich und nehmen oft Umwege in Kauf, um einen ans Ziel zu bringen, dennoch werden auch oft die Nerven strapaziert, wenn man stundenlang an einer kleinen Straße steht und keiner anhält und es vielleicht noch regnet. Dann sollte man doch besser mal auf einen Bus zurückgreifen.
Nach einigen Tagen in dieser Stadt zog es uns weiter Richtung Süden, in den "Fjordland Nationalpark". Zunächst unternahmen wir eine organisierte Tagestour in den ziemlich unberührten Doubtful Sound (James Cook hielt es seinerzeit für sehr zweifelhaft, ob er aus diesem engen Fjord wieder heraussegeln könnte, daher soll der Name stammen). Dieser Ausflug war sehr faszinierend, das Gebiet entlang des Fjords ist zum Teil völlig unerforscht und unzugänglich. Natürlich wollten wir wieder wandern und so machten wir den Kepler Trek (3 Tage) und den Milford Trek (4 Tage). Beide Treks sind völlig unterschiedlich, so daß keine Langeweile aufkommt. Der Kepler Trek hat eher alpinen Charakter, am zweiten Tag befindet man sich ausschließlich oberhalb der Vegetationsgrenze, während der Milford Trek außer bei der Überquerung des McKinnon Passes meistens durch den Regenwald führt.
Nach einigen Tagen Relaxen in Te Anau haben wir uns für einige Tage getrennt, weil Marc und Ina nach Dunedin und ich zum Mount Cook wollte. Ich war dann zwar da, gesehen habe ich ihn aber wegen schlechtem Wetter zunächst nicht, am Lake Tekapo, bekannt wegen seiner schon unnatürlich türkisen Farbe, konnte ich aber wenigsten aus der Ferne einen Blick auf den höchsten Berg Neuseelands werfen. Da die Umgebung des Sees aber ebenfalls sehr schön ist, konnte ich auch dort bei gutem (!!) Wetter bei kleinen Wanderungen gut beschäftigen.
Trauriger Höhepunkt unserer Trampgeschichte war die Strecke von Christchurch nach Kaikoura. Während Marc die Strecke in 3 Stunden geschafft hatte, brauchten Ina und ich etwa 10 Stunden. Wir hatten schon Freundschaft mit etlichen Schafen entlang der Strecke geschlossen und wollten uns schon ein Nachtlager auf einer Wiese suchen, als sich deutsche Touristen unserer erbarmten und wir doch noch dort ankamen. Marc hatte in der Zeit schon einen kompletten Kochkurs bei der Besitzerin der Dolphin Lodge absolviert, so daß wir wenigsten etwas leckeres zu essen bekamen. Bei Kaikoura kann man Wale beobachten, was wir natürlich auch getan haben. Dieses Event fand an meinem Geburtstag statt, es war interessant, diese riesigen Tiere mal aus der Nähe zu sehen. Wegen des starken Seegangs hat mit das Frühstück im Anschluß an diesen Trip nicht besonders gut geschmeckt. Ausser Wale kann man in Kaikoura auch Delphine und Robben beobachten, so daß ein Stop dort auf jeden Fall attraktiv ist. Nach fast zwei Monaten gemeinsamen Reisen mit Marc trennten sich in Kaikoura unsere Wege. Er flog von Christchurch weiter Richtung Fiji, Ina und ich fuhren zurück nach Auckland. Von Welington bis Auckland haben wir einen Mietwagen überführt, was außer Sprit und Versicherung nichts kostet, also eine preiswerte Art der Fortbewegung ist. Wer Interesse hat, sollte einfach bei einer der zahlreichen Mietwagenagenturen anrufen und nachfragen. Nachteil ist, daß man nur 24 Stunden Zeit hat, also relativ zügig durchfahren muß. Nach einiger Zeit in Auckland und Umgebung sind wir dann wieder Richtung Europa aufgebrochen, haben die Rückreise aber in Thailand für zwei Wochen unterbrochen, um uns Bangkok anzusehen und auf Koh Samui ein wenig faul am Strand rumzuliegen und leckeren Ananassaft zu trinken. |