Reiseberichte aus Neuseeland, Namibia und Equador
Equador I
Kolumbien
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Um nicht wieder zuviel Zeit zu verlieren, wollte wir die Rückfahrt nach Equador in einer Etappe machen. Die zwanzig Stunden waren weniger lustig, aber so kamen wir rechtzeitig zum Markt nach Otavalo, der jeden Samstag stattfindet. Die gesamte Innenstadt einschließlich Nebenstraßen verwandelt sich in einen Basar. Der Hauptplatz im Zentrum bietet eher Waren für Touristen, also Teppiche, Decken, Bilder, etc., in den Nebenstraßen kaufen die Einheimischen ein. Auch diese Stände sollte man sich nicht entgehen lassen.

Man kann sehr viele schöne Dinge kaufen, der Nachteil ist, man muß sie mit sich rumschleppen, deshalb reisten wir mit leichtem Gepäck weiter und hofften, zum Abschluß der Reise in Quito noch ein paar Dinge kaufen zu können. Leider sind die Ware dort sehr viel teurer, wer also an solchen Dingen interessiert ist, sollte dort zuschlagen.

Weiter gings mit dem Bus entlang der traumhaften Straße der Vulkane nach Süden bis Riobamba in der Nähe des Chimborazos. In dieser schönen Stadt ist es problemlos möglich, einen Transport bis zu diesen beeindruckenden Vulkan zu bekommen und, gutes Wetter vorausgesetzt, phantastische Blicke auf den Berg und das Land zu genießen. Als normaler Wanderer kann man bis auf 5000 Meter vordringen, die restlichen 1300 Meter bis zu Gipfel bleiben Kletterern mit hochalpiner Ausrüstung vorbehalten. Aber auch wenn man sich in Equador meist weit über 2000 Meter befindet, ist es ein harter Kampf, bis zu der letzten Hütte auf 5000 Meter zu kommen. Ich mußte schnell wieder absteigen, ein Übernachten auf der Hütte wäre für mich mit der schlechten Akklimatisation kaum möglich , sogar gefährlich gewesen (Höhenkrankheit).

Riobamba ist auch Startpunkt der Zugfahrt hinunter zur Küste. Diese Fahrt ist atemberaubend, man kann auf dem Dach des Zuges mitfahren. Der Zug fährt von ungefähr 2500 Meter Höhe in 130 km bis fast auf Meereshöhe, von Alausi bis Huigra windet er sich auf einer Strecke von 2 km 500 Meter in die Tiefe.In Bucay kann man die Zugfahrt beenden, weil der schönste und spektakulärste Teil der Strecke hinter einem liegt und von dort mit dem Bus weiterfahren, was wesentlich bequemer ist. Wir stiegen also sofort in den Bus nach Cuenca, um in sechsstündiger Fahrt wieder auf der Hochebene zu sein.

Cuenca ist die schönste Stadt in Equador, die wir besucht haben. Prächtige Kirchen und Kolonialbauten, Museen, kopfsteingepflasterte Gassen, kleine Läden und Märkte sind dort zu finden. Ideal ist die Stadt auch für einen Ausflug nach Ingapirca, das zu den größten Inka-Ruinen in Equador zählt. Es ist wohl nicht vergleichbar mit den großartigen Inkastätten in Peru in der Stadt Cuzco oder Machu Picchu, aber man bekommt dort einen guten Eindruck von der großartigen Baukunst der Inkas.

Nach einigen Tagen in dieser schönen Stadt ging die Fahrt weiter nach Banos, dem Haupttouristenort in Equador, auch für die Einheimischen. Dementsprechend gibt es dort alles, was man abundzu mal braucht. Gute Restaurants und Cafes, Tourigeschäfte mit bunten Balsaholzschnitzereien (Vorteil: wiegt fast nichts) und eine Unzahl von Travelagencies, mit denen man einen Dschungeltrek organisieren kann.

Wir wollten noch einige Tage in den Dschungel und haben eine 4 Tagestour bei Tsantsa Tours gebucht, einer Agentur, die von Shuar Indianern geleitet wird. Das Geld fließt zum größten Teil zurück in diverse Projekte, die dem Regenwald und der dort lebenden Bevölkerung zu Gute kommt. Einige Reisende hatten uns von dieser Agentur positives berichtet und auch wir wurden nicht enttäuscht.

Zwar sollte ein englischsprechender Guide mitkommen, dessen Sprachkenntnisse waren aber eher rudimentär. Uns begleitete noch ein zweiter Guide mit seinem Sohn, der sprach noch nicht einmal spanisch, nur Shuar. Zunächst war es etwas schwierig, aber man gewöhnte sich schnell an die englisch-spanische Rudimentär-Mixsprache, zur Not wurden Hände und Füße eingesetzt.

Vier Tage sind wir dann durch teilweise knöcheltiefen Schlamm gewatet, geschlafen wurde unter Plastikplanen oder in offenen Hütten, trotz Sprachschwierigkeiten haben wir viel gelernt über Pflanzen und Tiere, es wurden Palmenherzen gegessen und Wasser aus den Bambusstämmen getrunken, in Flüssen gebadet und unter Wasserfällen geduscht. Kurzum, es war ein einzigartiges Erlebnis und wir fühlten uns jederzeit sicher aufgehoben bei unseren Führern.

Nach den vier Tagen bietet sich Banos als Erholungsort an, um den Schlamm aus den Kleidern und vom Körper zu waschen und lecker zu essen.

Leider neigte sich unsere Reise dem Ende zu und wir bestiegen den Bus zurück nach Quito. Da wir noch einen Tag Zeit hatten, machten wir einen Ausflug zum "Mitat del mundo", zum Äquator, der gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Dort gibt es ein Monument, eine gelbe Äquatorlinie für das obligatorische Foto mit einem Bein auf der Nord- und Südhalbkugel und jede Menge Rummel. Als Abschluss der Reise ist dieser Ausflug gut geeignet

Am nächsten Tag brachte uns die Iberia wieder unfreundlich, aber relativ pünktlich nach Hause. Einer unserer Rucksäcke hat den Flug nicht so gut überstanden, aber die Versicherung der Iberia ist besser als ihr Service an Bord.

Fazit: Es war eine spannende, schöne Reise mit zahlreichen Höhepunkten und wenigen Schwierigkeiten. Leider war unser Spanisch zu schlecht, sonst wären die Kontakte zu den offenen Menschen mit Sicherheit intensiver gewesen.

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