Toiletten sind auch auf Reisen in gewisser Hinsicht wichtig, das wird auch in der Tatsache klar, das die Welttoilettenkonferenz in Singapur im November 2001 den 18.November zum alljährlich stattfindenen "Welttoilettentag" ausgerufen hat. Auf der Seite des mir nicht bekannten Uwe Richter, der zur Zeit 3 Jahre auf Weltreise ist und auch einige Zeit in China verbracht hat,wird die sanitäre Situation gebührend gewürdigt.

Toiletten und Faekalienloecher (Nicht fuer Empfindliche !!)

Um die volle Wahrheit ueber diesen Teil des chinesischen Lebens zu schreiben, muss ich leider einige harte Worte verwenden, denn mit vornehmen Worten laesst es sich einfach nicht beschreiben. Toiletten in guten Hotels sind oftmals sauber und genuegen einem europaeischen Standard, wenn es auch die Hock-Toiletten sind. Manchmal findet man sogar eine saubere Toilette in guten Restaurants. Ansonsten ist der Zustand der oeffentlichen Toiletten dermassen schlecht und unhygienisch, dass man am liebsten gar keine benutzen moechte. Aber leider laesst es sich ja nicht vermeiden und so will ich von einigen "Superklos" berichten.

Oeffentliche Toiletten sind getrennt in maennlich und weiblich, wobei der Zustand aber aehnlich sein muss. Pissbecken gibt es kaum. Fuer das kleine Geschaeft ist nur eine meistens verstopfte, ueberschwappende Rinne vorhanden, die man besser nicht benutzt. Ist sie mal nicht verstopft, ist es am Boden so klebrig vom Urin, dass man anschliessend die Sohlen seiner Schuhe saeubern muss, wenn man nicht als wandelnder Urin-Duftspender umherlaufen will. Da ist es schon besser die richtigen "Toiletten" zu benutzen. Eigentlich ist es nur eine grosse. Das ganze muss man sich so vorstellen: Es existiert eine, je nach Fassungsvermoegen der Toilette, 5 bis 15m lange, ca. 20-25cm breite, an einem Ende 30cm und am anderen Ende 50cm tiefe, manchmal eingefliesste Rinne. Die Spuelung solcher Toiletten funktioniert vollautomatisch, indem alle paar Minuten am flachen Ende der Rinne eine Portion Wasser eingelassen wird, der Abfluss ist am tiefen Ende der Rinne. Hockt man also gerade am letzten Ende, kann man nach einer Spuelung die Scheisse aller vor einem hockenden Leute langschwimmen sehen. Die Toilettenbox fuer eine Person besteht also unten aus einem Teilabschnitt dieser langen Rinne, die durch eine nur ca. 1m hohe Wand von der naechsten getrennt ist. Eine Tuer gibt es nicht. Betritt man also so eine Toilette, sieht man alle besetzten Boxen durch die Seitenansicht einer hockenden Person mit runtergelassenen Hosen. Zum Glueck gibt es ja wenigstens die Trennwaende, sonst muesste man seinem Vordermann direkt auf den Arsch gucken. Es gibt sogar einige Chinesen, die in dieser Hockstellung gemuetlich Zeitung lesen. Konnte ich sehen, ist ja alles offen. Das war das "Laengsrinnenklo".

Es gibt aber auch noch "Querrinnenklos". D.h., jeder hat seine eigene kurze Rinne mit eigener Spuelung. Dort hockt man nicht hintereinander und schaut auf eine Trennwand, sondern nebeneinander etwa im Abstand von 1m. Da man ja so den Blick nach vorn ins Freie hat, ist eine Trennwand nicht mehr notwendig. Man hockt also nebeneinander und kann sich gut von Angesicht zu Angesicht unterhalten, indem man nur den Kopf zur Seite dreht. Betritt man so eine Toilette sieht man sofort auf einen Blick, ob noch was frei ist. Diese Art von Klos findet man meistens in billigen Hotels oder auf Busbahnhoefen. Die Spuelung ist dann selbst zu betaetigen, d.h. nach dem Geschaeft einen Pott Wasser hinterherkippen. Da dieses aber die meisten nicht tun, trifft man solche Toiletten in einem gefuellten Zustand, also vollgeschissen an und die Gerueche sind so stark, dass einem wirklich das Kotzen kommt. Wenn man dann wirklich muss, bleibt einem nur eine Maske zu verwenden (Taschentuch vor die Nase) oder einfach in die Natur zu gehen. An einem Busbahnhof habe ich zufaellig mal hinter so ein Querrinnenklo geschaut, da ist mir alles vergangen. Dort war das Faekaliensammelbecken, ein offener Trog, laengs der gesamten Toilette. Hier schwamm die wahrscheinlich seit Jahren gesammelte Scheisse und oben drauf tummelten sich tausende von kakalakenaehnlichen Kaefern, es wimmelte nur so von den kleinen Tierchen. Der Gestank war penetrant und jetzt wusste ich auch, wo der Geruch herkam, der den gesamten Platz des Busbahnhofs erfuellte.

Zum Glueck ist es aber nicht ueberall so. In grossen Staedten sind die oeffentlichen Toiletten zwar auch im Rinnen-Style, aber man braucht keine Maske, bleibt nicht mit den Schuhen kleben und hat eine geschlossenen Box. In manchen Gegenden gibt es auch Dixi-Toiletten. Nur diese funktionieren anders. An der Stelle, wo das Loch ist, wird hier einfach eine Plastiktuete oder ein Muellsack eingehangen. Die Raender der Tuete sind dann aussen um die Klobrille gewickelt, so dass mann sich auf diese Plastiktuete setzt. Sie wird dann nach der Benutzung gewechselt, oder auch nicht.

Ich habe schon in vielen Laendern der Erde Klos gesehen, aber diese hier in China waren echt am extremsten.

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