Reiseberichte aus China und Hongkong
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Hongkong

1991 startete ich mit zwei Freunden zu einer Reise nach China und Hongkong, in der Tasche nur ein One Way Ticket nach Peking, das Rückflugticket wollten wir uns zu gegebener Zeit in Hongkong kaufen. Wir hatten viele Ideen, vielleicht im Westen bis Urumqi, oder unser Traum, vielleicht war es möglich bis nach Tibet zu gelangen, einmal durch Lhasa zu laufen. Durch lange Reise durch Indien, Nepal und Indonesien glaubte ich über eine gewisse Erfahrung bei der Organisation von Reisen zu verfügen. Doch die Realität in China sah leider etwas anders aus.

Sieben Wochen waren wir unterwegs, es war eine Reise, die ich auch nach 10 Jahren noch in zwiespältiger Erinnerung habe. Einerseits haben wir phantastische Dinge gesehen, die Kulturgüter in und um Peking, die Terracottaarmee in Xi'an, tolle Landschaften und letztendlich Hongkong als großartige Metropole, andererseits riesige Schwierigkeiten bei der Reiseorganisation, sehr viele abweisende, ja unfreundliche Leute, Hilfsbereitschaft in den meisten Fällen völlige Fehlanzeige, Tatsachen, die mir nach Reisen durch andere asiatische Länder völlig fremd waren.

Die größten Probleme gab es bei dem Kauf von Fahrkarten, dem ich auch ein eigenes Kapitel gewidmet habe. In Peking war es nur zeitintensiv, in Hohot völlig unmöglich ein Zugticket zu bekommen. An einem Fahrkartenschalter wird man erstmal mit einem unfreundlichen "Mee-yo" empfangen, was soviel heißt wie, gibts nicht, hau ab, laß mich in Ruhe.
Letztendlich bestimmten auf der gesamten Reise die Chinesen unsere Reiseroute und -zeit. Die Gedanken gingen eher in die Richtung, kommen wir von dort wieder weg, als, ist es dort besonders interessant. Sofort nach Ankunft in einem Ort kauften wir am Bahnhof wenn möglich neue Tickets, ohne zu wissen, ob es uns dort gefällt und ob sich ein längerer Aufenthalt lohnt. Verschwendete Zeit in irgendwelchen uninteressanten Städten gehörte zur Tagesordnung, kurzfristige Abreise war leider meistens unmöglich. Zwei unplanmäßige Flüge und eine völlig geänderte Route war das Ergebnis.

Eine weitere hausgemachte chinesische Schwierigkeit waren die zum damaligen Zeitpunkt zwei verschiedenen Währungen, die im Umlauf waren. Die normalen Yuan, die Einheimischenwährung, die im neuen Jahrtausend wieder alleinige Währung ist und FEC (Foreign Exchange Certificats), also eine Ausländerwährung, die man offiziell tauschen mußte und mit der man ausschließlich Hotels, Zugfahrkarten. etc bezahlen mußte. Leider wurde diese Währung in Restaurants oder auf Märkten meist nicht akzeptiert und man mußte sein Geld schwarz tauschen, wenn auch nicht unbedingt zu seinem Nachteil. So versuchte man stets zwei Währungen in der Tasche zu haben, meist fehlte gerade die, die man brauchte.

Auch eine nette chinesische Spezialität war die Unterscheidung zwischen Ausländer- und Einheimischenhotels. Abgesehen vom Preisunterschied konnte es einem passieren, daß das einzige Ausländerhotel im Ort voll war, die leeren Einheimischenhotels einen aber nicht aufnehmen durften und wollten. So kann man lustige Nachmittage verbringen, siehe Hohot. Wenn man erstmal auf die Willkür und den guten Willen der Einheimischen angewiesen war, konnte man schnell am Rande der Verzweifelung landen.

Ich denke, in den letzten 10 Jahren hat sich das Land stark gewandelt, so daß Individualtourismus einfacher geworden ist. Ich habe viele Berichte gelesen, in denen von freundlichen, hilfsbereiten Menschen die Rede war, ich hoffe, daß dem so ist. Es existieren aber genauso Berichte, deren Fazit ist: "Never again". Auf diesem Standpunkt stehe ich eigentlich heute auch noch, ausser vielleicht Tibet oder Hongkong werde ich die VR China wohl nicht mehr betreten, aber man weiß natürlich nie.

Meine Reisebegleiter waren Manni, seinerzeit Sinologiestudent mit noch eher bescheidenen Sprachkenntnissen, aber im Vorjahr schon erfolgreich im Süden des Landes unterwegs und Christian, bis heute ausgewiesener Chinahasser. Weil sein Gepäck leider nicht vollständig in seinen Rucksack passte, hatte er noch zwei weitere Plastiktüten in der Hand, was sich im Verlauf der Reise als ungemein praktisch rausstellte.

Wir starteten guter Dinge in Düsseldorf und SAS hat uns ohne Probleme nach Peking gebracht.

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