Reiseberichte aus China und Hongkong
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Damit begann der absolute Tiefpunkt dieser Reise.
Es gelang uns, Zugtickets nach Changsha aufzutreiben, allerdings nur "Hartseat", die Fahrt sollte aber auch nur zwei Stunden dauern. Das schien eine gute Möglichkeit, diese Art des Reisen mal kennenzulernen.

Im Wartesaal bot sich uns ein unvorstellbares Bild. Der Raum war vollgestopft mit Menschen, in der Mitte stand ein Beamter auf einem Stuhl und schrie die Menge durch ein Megaphon an. Zurückweichen ging nicht, so begannen alle Leute zu schreien, es herrschte unglaubliches Chaos. Manni meinte:"Ich weiß nicht wie die Hölle aussieht, aber so ähnlich habe ich sie mir vorgestellt". Dann öffneten sich die Türen zum Bahnsteig und die Massen strömten heraus. Unsere Rucksacke als Rammbock einsetzend versuchten wir Richtung Zug zu kommen. Türen und Fenster wurden als Einstieg benutzt und nach einiger Zeit gelang es uns, den Zug zu besteigen und einen Platz auf der Ecke einer Sitzbank zu finden. Die zwei Stunden liessen sich in der Enge dann ganz gut aushalten, dann reichte es aber auch.

Angekommen in Changsha war schon das fünfte Hotel bereit, uns aufzunehmen. Es war zwar für unsere Verhältnisse viel zu teuer, aber immerhin hatten wir eine Bleibe.
Der nächste Tag brachte das übliche Bild. Der Kauf des Bustickets in den Naturpark raubte wieder viel Zeit und Nerven, Zugtickets für unsere Fahrt in einer Woche nach Canton gab es wieder nicht, so buchten wir einen Flug.

Changsha selber hat nicht so viele interessante Dinge zu bieten, so vertrödelten wir die Zeit und gingen in den nahegelegenen Park und schauten Kormoranfischern bei der Arbeit zu. Höhepunkte des Tages war die Zubereitung einer Tasse Nescafe auf dem Hotelzimmer. Die traditionelle chinesische Küche schmeckte uns auch nicht mehr, so stiegen wir auf Nudelsuppen mit undefinierbarer Fleischeinlage um, Versuche, die Suppe ohne Fleisch zu bekommen blieben leider ungehört.

Wegen einer Magenverstimmung mußten wir den geplanten Ausflug nach Shuo xi yu leider verschieben. Also, wieder der Kampf um neue Tickets und zwei weitere Tage in Changsha, die Stimmung war am Ende.

Die Busfahrt hatte wieder weitere Überraschungen auf Lager. Wir besaßen Tickets mit den Platznummern 34 und 35, leider hörte die Nummerierung im Bus bei 32 auf. Die mitreisenden Chinesen sahen unsere verzweifelten Blicke und unter allgemeinen Gelächter wurden Notsitze im Gang aufgeklappt. Erschwert wurde die Situation dadurch, daß der Busfahrer nicht bereit war, irgendwelches Gepäck auf den Dach des Busses zu transportieren, alles lag im Gang, mit dem Rucksack auf dem Schoß konnten wir dann die achtstündige Reise in Angriff nehmen. Ein chinesisches Hörspiel mit voller Lautstärke abgespielt, die lachenden Chinesen um mich herum, brachten das Faß zum Überlaufen. Nervlich am Ende traten mir Tränen in die Augen und ich sagte mir: Nie wieder eine solche Tour, besser pauschal nach Mallorca.

Shuo xi yu brachte aber ganz angenehme Überraschungen. Ein preiswertes Hotel, schöne Umgebung, das Essen schmeckte uns zwar immer noch nicht, aber der nervliche Zustand verbesserte sich ein wenig. Gutgelaunt starteten wir mit Ping, einer netten Chinesin, die in Aachen studiert hat, zu einer zweitägigen Wanderung durch den Naturpark mit seinen charakteristischen Nadelfelsen. Bis auf das Problem, Nahrung zu kommen, die uns schmeckte, waren das zwei schöne, relaxende Tage in traumhafter Natur, auch wenn es durch viele einheimische Wanderer nicht gerade einsam war.

Zurück in Shuo xi yu verbrachten wir die letzte Nacht auf dem Boden des Restaurants, weil es wieder kein Hotelzimmer gab. Dies gefiel der ortsansässigen Polizei nicht besonders gut, sie lieferte sich mit dem Wirt ein lautes Wortgefecht. Verstanden habe ich zum Glück nichts, aber wir durften nach einigem Hin und Her bleiben und am nächsten Tag auf besseren Plätzen zurück nach Changsha fahren.

Auch auf die Gefahr hin, den Leser zu langweilen, war die Hotelsuche trotz gewisser Ortkenntnis wieder nicht so einfach wie vorgestellt. Aber auch der Tag ging mit Nescafe, ekelhafter Suppe und Rumhängen um und wir konnten uns auf den Weg nach Canton machen.

Jangtse

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