Reiseberichte aus dem Baltikum
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Fährfahrt Kiel-KlaipedaDie Fähre lief pünktlich nach 26 Stunden bei strahlendem Sonnenschein in Klaipeda ein. Mit den ca. 20 anderen Radlern machten wir uns auf den Weg in die Stadt.

Dort die erste Ernüchterung. Die vorgebuchte Herberge war umgezogen, an der neuen Adresse dann voll. Von einer Buchung und einer Bestätigung wollte man nichts mehr wissen, außerdem wären wir zu spät, nach 17 Uhr würden die Betten weitergegeben, da könne man nichts machen. Da war sie zum ersten Mal, die litauische Gastfreundschaft. KlaipedaDer im Radführer angeführte Zeltplatz nördlich der Stadt existierte nicht mehr, so fanden wir uns später mit vielen Litauern und zwei Leuten von der Fähre auf einer Wiese beim Wildcampen wieder. Das war ein erster Hinweis, daß sowohl unser Rad- als auch der normale Reiseführer für die Unterkunftwahl mehr als unbrauchbar waren und die Einheimischen sich sehr bemühten, die Schwierigkeiten bei der Quartiersuche noch zusätzlich zu erschweren.

Kurische NehrungDer nächste Tag entschädigte jedoch völlig. Ziel war Nida auf der kurische Nehrung. Mit einer Fähre erreicht man diese schmale Halbinsel von Klaipeda in 10 Minuten. Der 50 Kilometer lange Weg bis in die Touristenstadt führt durch schöne Kiefernwälder, zu Fuß kann man kleine Abstecher in die Dünenlandschaft unternehmen, die diese Halbinsel bekannt gemacht hat. In Nida zelteten wir dann auf dem offiziellen Campingplatz, übrigens der qualitativ beste, den wir im Baltikum gesehen haben.

Kurische Nehrung

Hafen von NidaEinen weiteren Tag verbrachten wir dort, lagen faul am Strand rum, liefen durch die Dünen und aßen gut. Leider stellten wir aber auch fest, daß die in jedem Führer beschriebene Fähre "Raketa" Richtung Festland schon vor 2 Jahren den Betrieb eingestellt hat. Ein Ausflugsschiff nimmt aber gegen Gebühr auch Fahrräder mit und so setzten wir am nächsten Morgen in das Memeldelta über. Die teilweise unbefestigte Strecke entlang des Flußes ist sehr idyllisch, überall sieht man Störche in ihren Nestern sitzen, ein Bild, daß man sehr häufig sieht. Vor Silute überquerten wir den Fluß und fuhren weiter nach Norden. Unter den unfreundlichen Blicken der Einheimischen erreichten wir unser Tagesziel Gargzdai. Die hilfsbereite Frau in der Touristinformation vermittelte uns ein schönes "Bed & Breakfast", das wegen litauenüblichen schlechten Ausschilderung schwer zu finden war.

Memel

Strand von PalangaAm nächsten Morgen gings via Kretinga nach Palanga, ein sehr beliebtes Strandbad. Der Strand war überfüllt mit Badegästen, die Umgebung zugepflastert mit Buden, Karussels und Restaurant, akustisch wurde die Jahrmarktatmosphäre bereichert durch litauische Nachwuchsmusiker, die lautstark Coverversionen bekannter Lieder in den diesigen Himmel schmetterten. So kauften wir nur ein wenig ein, u.a. köstlichen geräucherten Fisch, den man überall günstig kaufen kann und machten und auf den Weg 18 Kilometer weiten Weg zur lettischen Grenze.

Dort wurden wir von grimmig reinschauenden Grenzbeamten zügig abgefertigt.

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