Reiseberichte aus dem Baltikum
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Lettland empfing uns mit einer 30 km langen, fast schnurgeraden Strecke durch einen Kiefernwald, die sich gegen Ende doch ein wenig in die Länge zog, zumal wir für unsere Verhältnisse schon viele Kilometer in den Beinen hatten. Nach knapp 110 km fanden wir knapp hinter Nidden nach einigen Verständigungsschwierigkeiten eine Unterkunft. Auf einem ausgeschilderten Campingplatz war leider kein Zelten möglich. Ohne zu wissen, voran das Campen genau gescheitert ist, fanden wir uns später im Gästezimmer der Nachbarin wieder, was auch ausgezeichnet war.

Zur Entspannung wollten wir am nächsten Tag nur die ca. 30 km in die Küstenstadt Liepaja radeln und ein wenig die Stadt erkunden. Durch eigene Fehler landeten wir in der schlechtesten Unterkunft der ganzen Stadt, eine Art Jugendherberge im ehemaligen Marinehafen im Norden der Stadt, in der Nähe der russischen Basilika. Zwischen verwahrlosten Plattenbauten befand sich die Unterkunft in einem heruntergekommenen, ehemals herrschaftlichen Haus, 2 riesige Schlafräume mit durchgegelegenen, klammen Matrazen, Leninbilder an der Wand. Um zu den Sanitäreinrichtungen zu kommen, mußte man Tag und Nacht durch den ca 4 qm großen Raum der schmuddeligen Herbergsmutter, die in der gesamten Zeit unseres Aufenthalts kein Wort mit uns geredet hat. Zum Glück waren wir die einzigen Gäste, außerdem gab es Internet und es war sehr preiswert.

Obwohl Liepaja ganz schön ist wollten wir am nächsten Tag unsere gastliche Behausung schnell verlassen, auch wenn es wie aus Eimern regnete. Die 50 km nach Aizpute nutzen wir als Tauglichkeitsprüfung unseres wasserdichten Equipments. Im Regen hatten wir wieder einige Schwierigkeiten, eine Unterkunft zu finden. Nach einigen Versuchen und freundlicher Unterstützung einer freundlichen Dame wurden wir sogar angeholt und unseren sehr schönen Unterkunft gebracht. Kaffee, Gebäck und eine verschmuste Katze ließ die Regenfahrt schnell vergessen.

Das Wetter war am nächsten Tag wieder unbeständig, so entschlossen wir uns zu einer längeren Bus- und Zugfahrt. Riga wollten wir erstmal hinter uns lassen, weil wir 2 Wochen später von dort die Heimreise antreten mußten. So fuhren wir mit einigen Problemen mit dem Bus nach Riga, von dort weiter mit dem Zug nach Sigulda in den Gauja Nationalpark, der lettischen Schweiz. Von den Bergen eher mit der Eifel zu vergleichen kann man dort ausgiebig wandern oder radeln, Höhlen, Burgen und Ruinen besuchen, Seilbahn fahren oder auf einer Bobbahn mit einen Bob auf Rädern ins Tal rasen. So verbrachten wir dort einen abwechselungsreichen Tag, untergebracht bei einer reizenden alten Dame, die genausogut deutsch und englisch sprach wie wir lettisch.

Dennoch wurden wir bei der Abreise mit Wurst und Wodka verabschiedet, so gings etwas beschwingt auf die Schotterpiste Richtung Cesis. Landschaftlich sehr schön mit Wäldern, kleinen Seen und Feldern besuchten wir unterwegs einen im Radführer angepiesenen Tierpark, den man auf einer asphaltierten Straße durchqueren kann. Leider sind die Straßen teilweise sehr steil, die Tiergehege sehr weit von der Strasse entfernt, so daß der Umweg sich mit den Rädern und Gepäck nicht gelohnt hat. Die bessere Alternative ist es, den Park zu durchwandern.
Ein lohneswerterer Stop war eine alte, restaurierte Seefestungsanlage. In Cesis übernachteten wir auf einen sehr einfachen, aber schönen Campingplatz am Fluß.

Wegen des guten Zustands der Schotterwege des letzten Tages wollten wir diese noch weiter nutzen. Leider waren sie in einem so schlechten Zustand, Querrillen und loser Sand liessen Mensch und Material ermüden. So konnte man die schöne Landschaft zu wenig geniessen und war froh, die letzten 20 Kilometer bis Valmiera auf einer sehr befahrenen Hauptstraße zurücklegen zu können.

Am nächsten Morgen, Regen! Mit dem Zug fuhren wir die 50 Kilometer nach Norden bis zur Grenze, die sich in der geteilten Stadt Valga/Valka befindet. Der ersten Grenzübergang, den wir anfuhren, war leider nur für Einheimische, den Zweiten konnten wir nach einiger Wartezeit, nachdem die wiederum grimmig schauenden Grenzbeamten einen Stempel im den Paß gemacht haben, passieren.

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