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Nach drei Nächten verliessen wir unsere kleine Hütte auf dem Campingplatz und fuhren mit dem Vorstadtzug bis Risipere, von dort mit dem Fahrrad über eine eher langweilige Strecke bis zur Küste nach Haapsalu, einem alten Kurort. Der Zeltplatz ist eher der Garten eines Hauses außerhalb der Stadt, dennoch aufgrund guter sanitärer Einrichtungen, Sauna und kleiner Küche sehr empfehlenswert.
Bei einem Bummel entlang der Promenade entdeckten wir dann den alten Kursaal, in dem man bei der Musik eines Stehgeigers mit Blick aufs Meer speisen konnte. Da der Tag eher öde war, meinten wir, daß wir das verdient hätten und nahmen ein exclusives Mahl zu uns. Bei strahlendem Sonnenschein setzten wir am nächsten Tag auf die Insel Hiiumaa über und verbrachten dort einen traumhaften Tag. Die Landschaft war abwechselungsreich, es gab viel zu sehen.Am späten Nachmittag nahmen wir die letzte Fähre auf die Insel Saaremaa, weil dort am hafen ein Motel sein sollte. Leider haben wir es nicht gefunden. Zum Glück hatten wir eine Adresse eines nicht so weit entfernten Bed & Breakfast, das wir auch noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichten und auch noch ein Bett frei hatte.
Nach diesem wunderschönen Tag auf Hiiumaa folgte nun der absolute Tiefpunkt auf der Tour. Am nächsten Morgen regnete es in Strömen und es war kalt. Bei Gegenwind kämpften wir uns 70 km über die Insel. Das angepeilte Hotel am Fährhafen zum Festland haben wir diesmal gefunden, leider war es zugenagelt. In letzter Sekunde erreichten wir die Fähre, die Herberge in einer Kneipe auf dem Festland bot leider auch keine Zimmer mehr an. Widerwillig gab man uns aber eine Adresse und dürftige Wegsskizze für eine private Unterkunft. Leider war die Skizze so schlecht, daß wir eine halbe Stunde im stömenden Regen durch die Gegend fuhren, um nichts zu finden. Natürlich regnete es am nächsten Tag immer noch. Unsere Hoffnung, in einem Bus mitgenommen zu werden, zerplatzte, weil es sich bei dem Bus nach Pärnu nur um einen Minibus handelte. So fuhren wir wieder im Regen, allerdings diesmal bei deutlich günstigeren Windverhältnissen die 80 km bis nach Pärnu, ohne unterwegs ein Cafe zu finden. Die Mittagspause bestand aus einem Schokoriegel stehend unter einen Baum. Dennoch erreichten wir unser Ziel schneller als erwartet, in der Jugendherberge im Fußballstadion durften wir auch übernachten. Am nächsten Tag nahm uns sogar ein Bus bis zur lettischen Grenze mit, so mußten wir nur ca. 40 km bis zu einen Campingplatz am Meer fahren. Wir waren die einzigen Gäste, auch das Cafe war leider geschlossen. Zum Glück entschieden wir uns für eine kleine Hütte und gegen das Zelten, obwohl das Wetter einen guten Eindruch machte. Am nächsten Morgen - natürlich Regen. Da wir die letzen Kilometer bis Riga sowieso mit dem Zug fahren wollten, blieben nur noch 40 km, das konnte uns nicht mehr so richtig schocken, zumal wir in Riga ein B & B vorgebucht hatten. Zu unserer großen Freude existierte es sogar noch und, noch besser, man erwartete uns auch. Es war äußerst komfortabel, so verbrachten wir erstmal den Nachmittag auf dem Bett, tranken Tee und erfreuten uns an der Tatsache, nun bei Regen nicht mehr Fahrrad fahren zu müssen. Zwei Tage blieben uns noch in der Hauptstadt Lettlands, bis unsere Fähre nach Lübeck fuhr.
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