Reiseberichte aus dem Baltikum

Allgemeine Hinweise

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Anreise:

Die Anreise mit dem Fahrrad in die baltischen Staaten ist ein wenig aufwendiger, am besten wählt man eine Fähre. Von Kiel nach Klaipeda in Südlitauen kann man mit Lisco fahren, von Lübeck nach Riga mit Latlines, von Rostock nach Tallinn mit Siljalines. Die Fahrten mit Lisco und Latlines waren sehr angenehm, schon eher familiär, weil beide Firmen eher auf Frachttransport spezialisiert sind.

Eigentlich wollten wir ab Tallinn zurückfahren, haben aber bei Siljaline keine Tickets mehr bekommen. Eine Alternative ist dann eine Fähre ab Helsinki zu buchen und ab Tallinn mit einer der ca. 20 Fähren pro Tag in die finnische Hauptstadt zu fahren. Diese Möglichkeit ist uns aber erst dort vor Ort aufgefallen.

Die Fahrt mit der Bahn ist schwieriger, weil viele Züge über Weißrußland fahren und man dafür ein Visum braucht. Mit dem Fahrrad dürfte diese Reise sehr schwierig bis unmöglich sein. Neben dem Flugzeug bietet sich auch die Alternative Bus, natürlich nicht mit dem Fahrrad.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, kann man mal bei

Baltic Timetables nachsehen.

Reisezeit:

Wenn man eine Radtour plant, sollte man schon während des Hochsommers fahren. Zum einen steigt Ende August schon die Regenwahrscheinlichkeit und fallen die Temperaturen, zum anderen neigt sich die Touristensaison dort auch dem Ende zu, viele Campingplätze und Cafes haben geschlossen oder sind menschenleer.

Gesundheit:

Neben den üblichen Impfungen, die man auch in Deutschland haben sollte, wurde uns eine FSME-Impfung empfohlen, näheres bei Fit for Travel

Geld

Wenn man eine Reise durch alle 3 baltischen Staaten machen will, muß man sich innerhalb kürzerster Zeit an die drei Währungen Lat, Lita und Krone gewöhnen, die umrechnungstechnisch nichts miteinander zu tun haben. Die Geldbeschaffung ist aber in allen drei Ländern sehr unkompliziert. Barumtausch in der Bank oder Abheben an Geldautomaten (Maestro) funktionierte problemlos, auch die Dichte der Geldautomaten war auf unserer Route völlig ausreichend

Kreditkarten werden meist nur in teureren Restaurants oder Hotels akzeptiert, also sollte man immer Bargeld dabei haben.

Die aktuellen Umrechnungskurse kann man bei Oanda bekommen

Fortbewegung

Natürlich haben wir versucht, uns die meiste Zeit mit dem Fahrrad fortzubewegen. Schlechtes Wetter oder zu große Distanzen haben uns öfters in den Bus oder die Bahn getrieben.

Allgemein läßt sich sagen, daß man in fast jeden Ort mit dem Bus reisen kann. Die Busse verkehren mehr oder weniger regelmäßig und pünktlich. Größere Orte haben einen zentralen Busbahnhof. Als Fahrradfahrer hat man den Nachteil, daß man nur mitgenommen wird, wenn Platz in den Gepäckfächern ist und, viel wichtiger, der Busfahrer Lust hat, auszusteigen und den Verladevorgang zu überwachen, was meist nicht der Fall ist.

Angenehmer läßt sich mit dem Zug reisen. Fahrradmitnahme ist kein Problem. Nachteil der Bahn ist, daß das Streckennetz teilweise in marodem Zustand ist und man meist im Schritttempo unterwegs ist. Außerdem gibt es nur wenige Strecken, auf denen man überhaupt reisen kann, es werden auch immer mehr Strecken eingestellt

Fahrpläne kann man zum Teil auch im Internet für Litauen, Lettland und Estland finden. Noch mehr Verbindungen, auch Busse und Fähren gibt es HIER

Unterkunft:

In vielen Gebieten gibt es reichlich Unterkünfte, es ist aber nicht so einfach sie zu finden. Als bestes Mittel hat sich herausgestellt, zur Touristinformation zu gehen und diese dann auch bei der Herberge anrufen zu lassen und die Verfügbarkeit klären zu lassen. Damit sind schon mal 2 Schwierigkeiten ausgeschaltet. Das sprachliche Problem und ob es die Unterkunft überhaupt noch gibt.
Dann muß man sie nur noch finden. Die meisten Betreiber irgendwelcher Unterkünfte haben es nicht nötig ihr Haus in irgendeiner Weise von außen zu kennzeichnen. Die Hilfsbereitschaft in den Straßen hält sich in Grenzen, so kann man schon mal einige Zeit in Straße oder Wohnblöcken herumirren

Vorgebucht haben wir nur zweimal. Der Backpacker in Klaipeda hat unsere Betten trotz schriftlicher Bestätigung incl. unserer Ankunftszeit leider schon vergeben (umgezogen war die Herberge auch, das hat man uns in der Mail auch nicht gesagt, sondern sogar in der Signatur die alte Adresse gesendet hat), was man uns nicht gerade freundlich mitgeteilt hat.

Eine positive Überraschung war das ECB B&B in Riga, was auch nicht so billig ist. Zentral gelegen, super Zimmer, gutes Frühstück, nette Leute. Die E-Mailbuchung hat perfekt geklappt, man wird auch zu jeder Zeit vom Flughafen gebracht oder abgeholt.

Campingplätze gibt es einige, der Ausstattung ist dürftig bis schlecht, die meisten sind dem ADAC keinen Stern wert. Einzig der Platz auf der kurischen Nehrung in Nida konnte überzeugen. Viele sind zwar einfach, aber dennoch sehr schön.

Abschliessend kann man sagen, daß vieles in Bewegung ist, viele Pensionen oder Campingplätze machen auf, viele zu. Deshalb nur mit möglichst aktuellen Unterlagen reisen und sich in den Touristenbüros Broschüren holen.

Reiseführer:

Auch hier gilt, nur die aktuellsten Publikationen helfen zumindestens bei Unterkunfts- oder Fortbewegungsmäßig weiter. Unser knapp 2 Jahre alter Lonely Planet hatte dort starke Schwächen, eine andere Publikation speziell für Radfahrer war fast völlig unbrauchbar.

Informationen im Internet:

Baltische Tourismuszentrale

The World best baltic tourist guide

Touristguide Estland

Touristguide Lettland

Touristguide Litauen